Warum eine neue Orgel?

Schon seit Jahren ist in Pinnow keine gute Orgelmusik und Orgelbegleitung für Instrumentalisten möglich.
Organisten machen einen Umweg um Pinnow und geben keine Konzerte.

Dabei bietet Pinnow nach Meinung Prof. Jan von Busch (2001) mit seiner regen und aktiven Kirchgemeinde,
verschiedenen  professionellen und semiprofessionellen Instrumentalisten, Ensembles für Alte Musik u. v. a.
alle
Kriterien einer guten Orgelnutzung:

Aus der gutachterlichen Stellungnahme des Orgelsachverständigen Friedrich Drese im August 2011 zum geplanten Neubau der Orgel in Pinnow:

“Die Orgel soll anspruchsvoller liturgischer und konzertanter Funktion genügen. 
Ihr Standort wird die Westempore werden, also der Platz, auf dem auch die Vorgängerorgeln standen.
Die Orgel wird den Raum klanglich ausreichend füllen können, hält aber auch viele Klangmischungen bereit, die nicht auf Klangstärke sondern auf Charakter zielen. Deshalb die gegenüber der derzeitigen Orgel wesentlich höhere Registerzahl.

Der Registerfundus und die technischen Möglichkeiten werden es gestatten, von der alleinigen Interpretation der Orgelmusik des 18. Jahrhunderts auch in andere Musikepochen einsteigen zu können, bis hin zur modernen Orgelmusik.
Ihre Intonation und Stimmung entspricht jedoch in großem Maße der Zeit des ausgehenden Barock und der beginnenden Klassik.

Gerade diese Orgeln waren es, die – allein durch den erweiterten Klaviaturumfang – neue Wege der Orgelmusik aus dem Zeitalter des Barock heraus wiesen.  Diese „Beweglichkeit“ der Orgel, aber auch ihr dezidierter Stil werden in Zukunft die umfangreichen Möglichkeiten der Interpretation auf dieser Orgel zeigen.

Von ausgesprochener Seltenheit ist die Stimmbarkeit mehrerer Register des Hinterwerkes um ½ Ton nach unten bzw. nach oben, die das Ensemblespiel mit historischen Instrumenten ermöglicht. Stimmbar werden Gedackt 8‘, Principal 4‘, Gedecktflöte 4‘ und eventuell Flöte 2‘ aus dem Hinterwerk.  

Insgesamt befindet sich das Projekt auf einem guten Weg und hat engagierte und fachkundige Mitstreiter. Zu wünschen bleibt, dass sich in absehbarer Zeit Finanzierungsmöglichkeiten ergeben, die das Neubauprojekt  Realität werden lassen.

Die geplante Orgel bringt einen neuen und beispiellosen Akzent in die Orgellandschaft in und um die Landeshauptstadt Schwerin, ohne jedoch deren bedeutende romantische Orgeln in den Schatten zu stellen. 
Sie ergänzt vielmehr die Darstellungsmöglichkeiten von Orgelmusik mit dem Schwerpunkt Alter Musik.”

August 2011, Friedrich Drese, Orgelsachverständiger

 

 

 

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